Farid ud-Din Attar

 

Farid ud-Din Attars Buch „Die Konferenz der Vögel“ ist in Europa bekannt, insbesondere durch die daraus entstandenen Schau- und Hörspiele, die bereits an vielen Orten aufgeführt wurden. Seit dem 12. Jahrhundert bietet es eine willkommene Abwechslung auf Konferenzen von Politiker:innen und anderen „Wichtigtuern“. Mehr als 800 Jahre alt und dennoch aktueller denn je. Nischapur heißt die Stadt in Nordostiran, in der Attar 1136 geboren wurde; ein Fleck, an dem viele Dichter verweilten und einem hohen Niveau des Schaffens nachjagten. Wir können von einer „puren Nische" sprechen, auch wenn in Übersetzungen viel des Humors verloren geht. Ein Beispiel ist Omar Chayam, der sagte: „...in Kirchen, Moscheen und Synagogen wird man um seine Seelenruhe nur betrogen...". Die von Fariduddin Attar zusammengestellte Sammlung "Frühislamische Mystiker" enthält prägnante Aussagen über und von knapp hundert Leben, die plötzlichen und gravierenden Veränderungen ausgesetzt waren. Und all das ereignete sich vor dem zwölften Jahrhunderten. Die Geschichten reichen von Straßendieben bis zu hohen Beamten und von Istanbul bis nach Bagdad oder Peschawar. Alles ist so greifbar und detailreich, dass man sich selbst (im Kopf und im Herzen) genauso geschmeidig fühlt wie einst die Wüsten-Wanderprediger.                                                                   

von Ruud van Weerdenburg

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