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Die Welt ist ein Dorf!

Die Welt ist ein Dorf!

Die Welt ist ein Dorf! Der kanadische Philosoph und Kommunikations- wissenschaftler Marshall McLuhan (1911- 1980) prägte den Begriff des globalen Dorfes erstmals in seinem Buch "The Gutenberg Galaxy | Die Gutenberg Galaxis" von 1962. Seine theoretischen Überlegungen zur elektronischen Vernetzung der modernen Welt, in der alles zu einem Dorf verschmilzt, gelten als Grundsteine der
Medientheorie.

Der Begriff des globalen Dorfes birgt viel Wahres, den wir heute nicht unbedingt hinterfragen, sondern nutzen und als gegeben hinnehmen. Wie einfach ist es, über das Internet Kontakt zu Menschen auf einem anderen Kontinent herzustellen, ohne Zeitzonen oder lange Postwege zu überwinden? Besonders in den letzten Jahren haben sich durch soziale Medien noch weitere Möglichkeiten eröffnet. Man muss nicht nach Südamerika reisen, um ein bestimmtes Bild in einer Ausstellung zu sehen, sondern kann ganz einfach auf seiner Couch durch gepostete Abbildungen surfen. Der elektronische Konsum ist sehr einfach.

Natürlich sind ein analoger Kunstgenuss und vor allem das persönliche Gespräch noch einmal eine andere Kategorie der Kommunikation, aber vieles ist durch das Internet möglich geworden, was zuvor undenkbar schien.

Interessant sind auch neue Verbindungen in der Kunst: Die internationale Künstlergruppe Amidox besteht aus vier Menschen, die auf unterschiedlichen Kontinenten leben und arbeiten. Sie wollen anonym bleiben und ihre mit künstlicher Intelligenz erstellten Kunstwerke als Kollektiv präsentieren. Bekannt sind nur ihre Künstlernamen und ihre möglichen Herkunftsländer, die von Südamerika bis Europa reichen. Aber auch diese Angaben können entweder wahr oder erfunden sein. Die tatsächlichen Namen, Berufe oder Hintergründe bleiben verborgen.
Es wird in den nächsten Jahren interessant sein zu sehen, welche Möglichkeiten sich quer über die Kontinente aufbauen und wie Menschen diese leben werden.

Von Gabriele Baumgartner Kuratorin und Kunsthistorikerin www.gabriele-baumgartner.com