Bereits seit 1960 bestreitet P.P. Wiplinger das Leben als Fotograf und als Dichter. In der einen Hand eine Kamera und in der anderen Hand eine Feder – mit vielen Aufenthalten in der Dunkelkammer dazwischen. Somit hat auch die Feder in der anderen Hand einiges an form- und konturlosen Erfahrungen miterlebt, in der Besinnung auf das „Zugreifen“.
Die Empfindung?
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Poetischer Gewinn bei P.P. Wiplingers einzigartiger Herangehensweise:
Seine Zweifel wirken einleuchtend.
P. P. Wiplinger eben.
Von Ruud van Weerdenburg
Peter Paul Wiplinger
FRIEDENSKONFERENZ
man möchte den anderen
eigentlich lieber töten als
jetzt mit ihm hier reden
das geht ja stellvertretend auch
aber nicht heute und nicht hier
denn hier sind friedensgespräche
da hat man anstand zu wahren
auf dem parkett der diplomatie
weil man sonst nichts mehr hat
weil man jegliche vernunft und
zivilisation und menschlichkeit
längst dem krieg geopfert hat
also nimmt man etwas widerwillig
an den gedeckten tischen platz
auch dieses mal im irgendwo
ein jeder unterhändler weiß genau
was seine position ist zu sein hat
wie weit er gehen darf das ist klar
frauen gibt es in der runde nicht
kriege sind doch männersache
kriege liegen männnern ja im blut
dann das viele hin- und her-gerede
während anderswo die zerstörung
genauso ungehindert weitergeht
anschließend eine pressekonferenz
die standpunkte seien unverändert
konkret-ergebnisse die gibt es nicht
die gespräche seien konstruktiv gewesen
die kampfhandlungen gehen also weiter
und frieden ist noch lange nicht in sicht
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Foto: Peter Paul Wiplinger liest im Literarischen Salon, Praterstraße 17, Wien II (2003).
Bild von Gerald Ganglbauer von Wikipedia
