Susanne
Weger- Sakrale Kunst und Priesterschaft
Susanne Wenger, wurde am 14. Juli 1915 in Graz geboren und war
eine österreichische Künstlerin und afrikanische Priesterin, bekannt als Adunni
Olorisha. Bevor sie nach Nigeria ging war sie 1946 Gründungsmitglied des
internationalen Art Club Wien. Wenger ließ sich um 1950 in der Stadt Oshogbo in
Nigeria nieder. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit war Wenger stark in die
Gemeinschaft der Yoruba involviert und setzte sich für den Erhalt der
kulturellen und religiösen Praktiken ein. Sie wurde durch das IFA-Orakel zur
Hohepriesterin und von der Fluss Göttin Oshun „berufen“, den Schrein von Idi Baba
der am zerfallen war, wiederherzustellen. Weiters bekannt sind ihre Batiken und
Werke großflächiger Zement Skulpturen, großartige Kultschreine im Heiligen Hain
von Oshogbo, einem UNESCO Weltkulturerbe. Der Ausdruck metaphysisch - sakraler
Kunst wird als New Sacred Art bezeichnet. Ihre Strukturen aus verschiedenen
Materialien ergeben eine Verschmelzung europäischer Kunsttechniken mit
traditionellen afrikanischen Themen und ihren Bedeutungen. Im gegenseitigen
Wechselspiel drücken sich die Götter in und durch uns aus. Sie stellt in ihren
Arbeiten einen Bezug zum Kosmos und den Göttern her und bringt das unverkennbar
zum Ausdruck. In der Kunst liegt der zugrundeliegende Ursprung der
Schöpferkraft. Die beeindruckende in den Himmel ragende Statue von S. Wenger
veranschaulicht unser spirituelles Wachsen.
Schamanen erfahren ihren Ruf meist in Form einer
„Initiationserkrankung“. Susanne Wenger erkrankte an Tuberkulose. Wie vom
Orakel vorhergesagt, nachdem die westliche Medizin nicht viel tun konnte,
erfuhr sie Heilung und Oshogbo wurde ihr zweiter Heimatort. Sie selbst
bezeichnete sich als „Laufbursche der Götter“. Ihre Bestimmung war es den
geistigen Aspekt des Lebens zu erfahren. Da sie anfangs die Sprache nicht
verstand war ihr Austausch geistig, so wie wir mit den Bäumen, den Flüssen und
der Natur kommunizieren können. „Jeder Gott verkörpert einen Aspekt des
komplexen Lebens auf der Erde “. „Die heiligen Kräfte sind die Grundlage des
Lebens und nicht die Materie, so die Priesterin.
Wengers Einfluss auf die Kunstszene in Nigeria und ihr
Engagement für die Yoruba Kultur machte sie zu einer bedeutenden Persönlichkeit
in der Kunstwelt, als auch in der kulturellen Geschichte Nigerias. Sie gilt als
die weiße Hohe Priesterin vom Heiligen Fluss und Hain der Göttin Oshun, der
Yoruba. Bis zu ihrem Tod am 12.1. 2009 widmete sie ihr Leben der Kunst und
Erhaltung der Yoruba Kultur und Religion.
Die Susanne Wenger Foundation in Krems bietet eine
Möglichkeit sich damit näher auseinanderzusetzten. Prof. Wolfgang Denk war
Gründungsdirektor der Kunsthalle Krems. Ausstellung
über Susanne Wenger und Wolfgang Denk „ ÜberLebensWerke“ sind vom 14.07.- 01.
09 2024 im Kunstverein Grünspan in 9710 Mühlboden/Feffernitz zu besichtigen.